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Der Existenzangst auf der Spur

Wie Du Deine Ängste erfolgreich loswirst und was tatsächlich glücklich macht

Vor ein paar Monaten kam auf einem Seminar eine Teilnehmerin auf mich zu. Sie schaute mich mit Tränen in den Augen an und ich spürte ihre Verzweiflung, als wäre es meine eigene.

Sie versuchte zu reden, doch sie bekam zunächst kein Wort raus. Deshalb nahm ich sie in den Arm und sie begann zu schluchzen.

Als sie sich nach einiger Zeit beruhigt hatte, fragte sie mich:

„Lorenzo, wie hast Du das geschafft, Deiner Lebensvision zu folgen?“

 

Finanzielle Absicherung, oder den Traum leben?

Sie erzählte mir daraufhin, dass sie unglaublich gerne zeichnet. Früher als sie klein war, wollte sie unbedingt Malerin werden.

Doch ihre Eltern hatten sie davon abgehalten. „Kind, das ist nun wirklich kein Job. Damit wirst Du kein Geld verdienen“, sagte ihr Vater. „Wie willst Du mit dem Job überleben und eine Familie ernähren? Mach was Richtiges!“, belehrte sie ihre Mutter.

Wie es kam, studierte die Seminarteilnehmerin und wurde Anwältin. Ihr Talent zum Zeichnen war in Vergessenheit geraten.

Doch irgendwann, als sie wiedermal um neun Uhr abends in ihrem Büro saß, brach sie zwischen all den Aktenstapeln zusammen.

Wochenlang hatte sie sich keine Auszeit gegönnt, nur gearbeitet und ihr Privatleben völlig zurückgefahren. Ihr wurde immer mehr bewusst, dass sie damals nur aufgrund der Erwartungen ihrer Eltern studiert hatte und zu ihrem Job gefunden hatte. Sie hatte von Beginn an keinen Spaß an ihrer Arbeit gefunden. Ihr fehlte es, zwischen all den trockenen Paragraphen Ihre Kreativität ausleben zu können.

Sie beschrieb ihr Leben als trocken und langweilig.

Als sie eines Abends nach der Arbeit nach Hause ging, stieg sie anschließend auf den Speicher und durchsuchte ihre alten Kisten. Sie fand ihren alten Zeichenblock, ihre Stifte und Bilder. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. In dem Moment wusste sie: Das ist es, was sie will.

Sie begann noch abends ihr erstes Bild zu zeichnen. Sie war erfüllt von all den bunten Farben und fühlte sich frei.

der existenzangst auf der spur - frau glücklich beim zeichnen

Den Traum leben? In dem Moment wusste sie: Das ist es, was sie will.

„Lorenzo, ich hatte das Gefühl endlich angekommen zu sein und das Gefühl, dass der wochenlange Stress von meinen Schultern abgefallen ist. Ich hatte das Gefühl von purem Glück und Zufriedenheit“, erklärte sie mir.

Am nächsten Tag, als sie jedoch wieder wie gewöhnlich zu ihrer Arbeit ging, verging ihr die Freude schnell wieder und der Traum von dem Beruf als Malerin wurden zunichte gemacht. In ihr kamen die alten, bekannten Selbstzweifel hoch, die Worte ihrer Eltern schlichen sich in ihren Kopf zurück und neue Bedenken fingen an ihren Platz zu finden.

„Lorenzo, ich kann doch nicht Malerin werden. Wie soll ich leben und meine Existenz mit solch einem Beruf finanzieren?“

 

Existenzangst hat viele Formen

Existenzangst kann viele Formen haben.

Doch in der Regel stehen die finanziellen Sorgen im Mittelpunkt.

Manche Menschen plagt die Existenzangst, weil sie arbeitslos sind. Andere wiederum machen sich sorgen um ihre finanzielle Zukunft im Alter. Was ist, wenn die Rente nicht ausreichen wird? Auch nach einer Scheidung geraten Ehepartner oft in finanzielle Schwierigkeiten und schlagen sich mit der Angst rum, wie sie es schaffen sollen, plötzlich für sich selbst zu sorgen.

Natürlich gibt es auch den Fall von meiner Seminarteilnehmerin, dass viele Menschen aus finanziellen Gründen ihren Job weiter ausüben und aus Angst vor finanziellen Schwierigkeiten lieber weiterhin in der unglücklichen Situation ausharren.

Existenzangst kann letztlich zu dem Verlust der gesamten Lebensfreude führen. Das Gedankenkarussell arbeitet die ganze Nacht und viele Menschen sind verzweifelt.

Kann ich meine Rechnungen nächstes Jahr noch bezahlen? Oder wie soll ich meine Familie ernähren?

Ich glaube, hin und wieder darüber nachzudenken „was wäre wenn“, ist normal. Das machen wir alle. Doch wenn die Angst zu groß wird, dann sollten wir aufpassen und die Notbremse ziehen.

„Es ist wichtig, zunächst zu akzeptieren, dass Du Angst hast!“, sagte ich zu meiner Seminarteilnehmerin. „Das ist der erste Schritt. Du solltest versuchen, die Angst wahrzunehmen und keineswegs zu verdrängen.

Angst deutet darauf hin, dass Gefahr besteht, obwohl die Gefahr manchmal gar nicht so groß ist. Die Angst will Dich beschützen davor, dass Dir nichts passiert.

Angst zu haben ist daher vollkommen ok!“

 

Existenzangst akzeptieren und reflektieren, Notfallplan entwickeln

„Musst Du denn wirklich Angst haben? Was wäre das Worst-Case-Szenario?“, fragte ich sie.

Meine Seminarteilnehmerin wischte eine Träne von ihrem Gesicht und schaute mich verdutzt an. Ich sah die Fragezeichen in ihren Augen. Sie starrte mich an und ich fragte weiter:

„Kannst Du gut zeichnen? Wie oft hast Du früher gezeichnet? Wie fand Dein Umfeld Deine Zeichnungen? Wurdest Du oft gelobt? Macht Dir zeichnen Spaß und bist Du motiviert, was neues auszuprobieren?

der existenzangst auf der spur - frau beim zeichnen

Existenzangst akzeptieren und reflektieren: Musst Du denn wirklich Angst haben?

War Dein bisheriges Studium schwer? Gab es vielleicht auch dort eine Phase, wo Du nicht wusstest wie es weitergeht und ob Du es schaffst?“

Wenn wir vor etwas Angst haben ist es wichtig uns auf unsere Stärken zu besinnen und uns bewusst zu machen, was wir bereits geschafft haben. Dabei können wir uns auch an ähnliche Krisen in der Vergangenheit erinnern, die wir bereits erfolgreich überwunden haben.

Ebenfalls sollten wir nicht alles glauben, was wir denken. Denn wir sind mehr, als nur unsere Gedanken.

„Hast Du Dir denn schon mal einen Plan B überlegt?“, warf ich in den Raum. „Wenn Du mit dem Malen nicht erfolgreich werden würdest, was könntest Du machen, um Deine Existenz zu finanzieren?“

Sie grübelte und antwortete: „Ich könnte vielleicht wieder Teilzeit arbeiten gehen in meinem derzeitigen Job, oder vielleicht sogar etwas ganz anderes ausprobieren, oder vielleicht einen Monat auf mein Erspartes zurückgreifen.“

Richtig. Es ist nie unmöglich an Geld zu kommen, oder einen neuen Job zu finden.

Heutzutage leben wir gerade in der Zeit, wo wir alles ausprobieren können und die Möglichkeit haben, genau das zu tun, was uns Spaß macht. Es ist also wichtig, sich auf die Lösung, anstelle der Angst zu fokussieren.

 

Erkenne, wie wundervoll Du bist

„Die Angst sollte nicht zum Erstarren führen, sondern vielmehr solltest Du ins Handeln kommen.

Ich kann Dir nur raten, unterhalte Dich mit anderen Menschen über Deine Angst. Suche Leute, die bereits in derselben Situation waren, wie Du. Wie haben Sie es geschafft? Was hat Ihnen geholfen? Entwickle einen Notfallplan, oder baue weitere Rücklagen auf.

Aber mach Dir ganz klar bewusst, dass Du alles schaffen kannst.

Du bist auf diese Welt gekommen, um Dein volles Potential zu leben. Deshalb erkenne, wie wundervoll und stark Du bist. Schließlich wartet Deine Lebensaufgabe auf Dich.

Denn einer Sache bin ich mir sicher, Du wurdest nicht geboren, um ein Leben zu leben, was nicht Deiner Wahrheit entspricht.“

der existenzangst auf der spur - lorenzo in siegespose

Erkenne, wie wundervoll Du bist: Lebe Deine Wahrheit!

Am Ende des Tages macht uns nur eins glücklich: unseren Herzensweg zu gehen.

„Danke“, sagte sie.

 

Willst Du noch mehr zum Thema Angst bekämpfen wissen? Ich empfehle Dir das Buch „Sorge dich nicht – lebe“ von Dale Carnegie.

 


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